Zwänge

Zwang allgemein

Rituale &  Zwangshandlungen

Zwangsgedanken

Therapie bei Zwängen

Zwang allgemein

Rituale und gewohnte Abläufe gehören zum menschlichen Leben. Sie sind z.T. auch kulturbedingt und erleichtern alltägliche Abläufe. Wenn bestimmte Gedanken oder Handlungen zu großen Einschränkungen und Leidensdruck führen, spricht man von einem Zwang.

Eine Zwangsstörung äußert sich in Form von Zwangshandlungen und/oder Zwangsgedanken. Große Teile des Alltags werden von ausgeprägten Zwängen eingenommen. Ein normaler Tagesablauf ist dabei stark beeinträchtigt. Als Folge werden ein geregeltes Berufsleben oder soziale Kontakte für Betroffene oft unmöglich, was schließlich zu starker Isolation und Verstärkung der Zwänge führen kann. Es gibt verschiedene Faktoren, die dabei ursächlich für eine Zwangserkrankung sein können (wie Vererbung, neurobiologische Faktoren, Erziehung, Stress und kritische Lebensereignisse, Persönlichkeitseigenschaften wie Perfektionismus oder tiefliegende innere Konflike). Auslöser oder auch Begleiterkrankungen sind dabei z.B.  Essstörungen, Depressionen,  Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen oder Krisensituationen. Die Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) und oft beruflichen/schulischen Einschränkungen durch das zwanghafte Verhalten spielen in der Therapie eine große Rolle.

 

Rituale & Zwangshandlungen

Zu den häufigsten Zwangshandlungen zählen der Waschzwang (meist wiederholtes Händewaschen oder stundenlanges Duschen), Kontrollzwang (z.B. wiederholte Kontrolle, ob der Herd ausgeschaltet ist oder ob Fenster geschlossen sind), Putzzwang (wie stundenlanges Putzen der Wohnung oder Staubsaugen). Ebenso besteht häufig ein Zählzwang oder Berührzwang (Betroffene müssen ständig Dinge abzählen oder anfassen), Ordnungszwang (Gegenstände werden wiederholt neu sortiert und geordnet) und Wiederholungszwang (bestimmte Handlungen müssen immer gleich ausgeführt werden).

Durch die exzessiven Rituale und die starke zeitliche Einschränkung haben Zwangshandlungen Ähnlichkeit mit Suchterkrankungen und Essstörungen. Der hohe Zeitaufwand schränkt die Leistungsfähigkeit stark ein und führt dabei zu sozialem Rückzug. Eine in der Behandlung wichtige mögliche Methode der Verhaltenstherapie, ist die Exposition mit Reaktionsverhinderung. Die Betroffenen sollen (in weiter fortgeschrittener Therapie)  eine für sie zwangbesetzte Situation, ohne Ausübung des Zwangs und ohne Vermeidungsstrategien, aushalten. Dabei sollen sie die Erfahrung machen, dass ihre Befürchtungen nicht zutreffen und die Angst abklingt.  Das übergeordnete Ziel in der Therapie sollte daher sein, dass Patienten wieder fähig sind, soziale Kontakte, Beruf und ein freies, selbstständiges Leben zu gestalten.

 

Zwangsgedanken

Zwangsgedanken beziehen sich meist auf die Sorge der Betroffenen, sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen (z.B. Angst, dem Impuls, das eigene Kind verletzen zu wollen, nicht widerstehen zu können) oder gesellschaftliche Tabus zu brechen oder auf die Angst vor Schmutz, Bakterien und vor Kontamination durch bestimmte Gegenstände. Auch auf sexueller oder religiöser Ebene können zwanghafte Gedankenkreise Angst verursachen. Aus der Angst Fehler zu machen, kann sich ein zwanghaftes Überprüfen von Handlungen entwickeln.

Die Zwangsgedanken werden von Betroffenen meist als unsinnig, sehr quälend und unkontrollierbar erlebt. In der Therapie sollen die irrationalen Gedankengänge hinterfragt und schließlich verändert werden.

 

Therapie bei Zwängen

Ziel der Psychotherapie ist es, die Funktionalität der Zwänge aufzudecken und die meist negativen Erwartungsmuster und Bewertung der eigenen Gedanken zu verändern. Tiefenpsychologische Methoden können helfen, die zugrundeliegenden inneren Konflikte und unbewussten Ängste erkennbar zu machen.

Zwanghafte Rituale schaffen für Betroffene meist große Sicherheit und reduzieren ebenso Anspannung und Unruhe. Kann dem Zwang nicht nachgegeben werden, können sich Angst und Anspannung bis hin zu Panikattacken steigern. Die Therapie soll daher dabei unterstützen,  aufkommende Gefühle auszuhalten. Durch schrittweise Konfrontation mit Veränderungen der Zwänge, sollen Betroffene eine Verminderung des inneren Drucks erleben. Damit die Auflösung der Zwänge dabei keine Leere hinterlässt, ist mir in der Therapie zusätzlich sehr wichtig, mit Betroffenen an positiven Ressourcen, Strategien für den Umgang mit Stress und Belastung, dem Aufbau neuer erfüllender Aktivitäten und an der Stabilisierung des Selbstwertgefühls zu arbeiten.

 

©Lucienne Rudersdorf

„Ich war grad` im Planetarium, da ist mir aufgefallen, wie klein ich bin. Dann bin ich an `nem Zoo vorbei, da ist mir aufgefallen, wie frei ich bin.“ – Julia Engelmann –

 

Informationen zu meinen weiteren Schwerpunkten im Bereich Therapie und zu Möglichkeiten einer Psychotherapie in meiner Praxis in Mainz finden sich hier:

Essstörungen    darunter u.a.

 Magersucht (Anorexie) ,Bulimie  ,Binge-Eating (Esssucht) ,und weitere Formen veränderten Essverhaltens

Borderline – Persönlichkeitsstörung

Depressionen

Angst

Persönlichkeitsstörungen

Krisen & Anpassungsstörung

 

Therapieverfahren u.a. Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT)

 

Informationen zu meinen Schwerpunkten im Bereich Coaching und Beratung (z.B. bei Hochsensibilität) sowie zur Arbeit mit Eltern & Angehörigen finden sich hier.

 

weitere Informationen zu meiner Person und dem Ablauf einer Behandlung finden sich hier:

Vita / Qualifikationen L. Rudersdorf

Philosophie meiner Arbeit

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