Philosophie meiner Arbeit

Philosophie und Bedeutung meiner Arbeit

Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie oder Psychoanalyse?

Klient oder Patient

Diagnosen

Fort- und Weiterbildung

Honorierung und Verantwortung

 

Philosophie und Bedeutung meiner Arbeit

Die Philosophie meiner therapeutischen Arbeit liegt für mich darin, dass ich in jeder Behandlung höchst individuell auf meine Patienten bzw. Klienten eingehe und die so sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, Hintergründe, Ziele und persönlichen Grenzen schätze.

Neben fundiertem fachlichen Wissen und professionellem Verhalten, begegne ich meinen Patienten in der Therapie auch als Mensch und als verständnisvolle, wertschätzende Person.

Manche PatientInnen haben Angst davor, ihre Therapeutin zu belasten oder zu langweilen. Mir ist daher besonders wichtig, dass meine Patienten darauf vertrauen können, dass ich sehr großes Engagement und große Leidenschaft für meine Arbeit mitbringe. Ein weiterer wichtiger Bestandteil, zu dem ich mich Patienten gegenüber verpflichtet fühle, ist für mich dabei die Einhaltung therapeutischer Grenzen und einer ausreichenden Selbstfürsorge, um meinen Beruf konzentriert, leistungsfähig und verantwortungsvoll ausüben zu können.

 

Für eine erfolgreiche Therapie gilt besonders die Therapeuten-Patienten-Beziehung als entscheidender Faktor. Mein Blick für Faktoren wie Übertragung/ Gegenübertragung und die Dynamik der therapeutischen Beziehungsgestaltung, hat nach eigener Philosophie für mich  eine große Bedeutung.

 

Verhaltenstherapie, Tiefenspsychologie oder Psychoanalyse ?

Um Psychotherapie und ihre Methoden für Wissenschaft und Forschung vergleichbar zu machen und eine Kostenübernahme durch Leistungsträger wie Krankenkassen zu ermöglichen, ist hierbei eine „Standardisierung“, samt ihrer Vor- und Nachteile, nötig. Wie schon der bekannte Psychotherapeut Irvin D. Yalom sagte : „[…]genau diese Standardisierung macht die Therapie weniger stimmig und effektiv.“ Weiter äußert er, dass eigentlich für jeden Patienten eine neue, individuelle Therapie erzeugt werden müsste.

Dieser Grundsatz ist auch in meiner Arbeit für mich richtungsweisend. Mir ist es in der Behandlung sehr wichtig, mich gerade nicht für eine starre Richtung der Methoden zu entscheiden (wie z.B. für reine Verhaltenstherapie) und mit den anderen Richtungen nicht oder kaum vertraut zu sein. Mir lag und liegt viel daran, tiefgreifende Vertrautheit und Praxis mit verschiedenartigen Wegen zu haben, sowie durch meine Fort- und Weiterbildungen kontinuierlich Selbst- und Lehrerfahrung in verschiedenen Verfahren zu sammeln. So konnte ich im Laufe meines Werdegangs meine methodischen Schwerpunkte finden, aber dabei stets die Vorteile und individuell passenden Aspekte verschiedener, erfahrungsgemäß gegensätzlicher, Psychotherapie-Schulen in der Behandlung nutzen und kombinieren.

 

Klient oder Patient

Es gibt zunehmend Meinungen darüber, dass Therapeuten alle Personen, die zu ihnen in Behandlung kommen, als „Klienten“, statt als Patienten, bezeichnen sollen. Manche empfinden das Wort „Klient“ respektvoller und sprechen sogar von ihren „Kunden“. Personen mit psychischen Problemen sollen, so die Begründung, nicht als „krank“ gesehen werden. Meiner Sicht nach trifft diese Haltung jedoch bei vielen Patienten auf eine ihnen bekannte Sichtweise und auf einen wunden Punkt : wer ein gebrochenes Bein oder Grippe hat, erhält Mitleid und wird als krank gesehen; wer dagegen psychische Probleme hat, erfährt oft Stigmatisierung, Ablehnung oder wird für schwach und faul gehalten.

Nach meiner Ansicht, ist für mich ein „Klient“ eine Person, die Rat bei einem bestimmten Problem sucht oder einen gewissen Rückhalt haben möchte. Die Bezeichnung „Klient“ verwende ich z.B. auch im Bereich Coaching und Beratung. Sie trifft sicherlich auf einige Patientengruppen zu, beispielsweise auf Patienten bzw. Klienten, die sich selbst als schwach und krank empfinden, sobald Sie Hilfe annehmen, aber dennoch Therapie brauchen. In diesem Fall arbeite ich gemeinsam an diesen falschen Grundannahmen.

Ein „Patient“ ist nach meiner Philosophie dagegen eine Person, die großen Leidensdruck aufgrund einer psychischen Erkrankung hat. Das Wort „Kunde“ oder „Klient“ wird dieser Not, meiner Auffassung nach, nicht gerecht. Daher sehe ich Menschen, die unter einer psychischen Störung leiden und kein glückliches, unbeschwertes Leben mehr führen können, in meiner Praxis als „Patienten“ und nicht als „Kunden“. Dennoch fühlen sich einige Patienten auch nicht “krank genug” oder denken, dass sie keine Berechtigung haben Hilfe anzunehmen. Hier ist es wichtig, dass es nicht darum geht, wem es schlechter zu gehen scheint. Jedes Erleben und jede Situation, die ein unbeschwertes Leben verhindert, darf mit Unterstützung verändert werden. Das gilt für kleinere Probleme, eine leichte Depression oder Ängste genauso, wie für eine schwere Belastung nach einem Trauma.

Dabei habe ich eine sehr respektvolle Haltung gegenüber jedem, der den Mut und die Kraft für eine Therapie aufbringt und in Behandlung kommt, um an sich zu arbeiten. Nach meiner Erfahrung besitzt zudem jeder Patient, hinter seiner psychischen Erkrankung, die Ressourcen gesund und zufrieden leben zu können. Mein Ziel ist es, Patienten anzuleiten diese Ressourcen wieder zu aktivieren.

 

Diagnosen

Bei einer Psychotherapie in meiner Praxis möchte ich, dass Sie als Patient im Mittelpunkt stehen und dass sich die Therapie individuell nach Ihren Bedürfnissen, Ihrer Belastungsfähigkeit und Ihren Zielen richtet (nicht nach Grenzen, Formalitäten und Einteilung der Leistungsträger wie Krankenkassen).

Besonders bei der Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Gutachtern spielt die psychologische Diagnostik und somit die Klassifizierung nach bestimmten Diagnosen aber eine große Rolle (nach ICD10 z.B:  F60.31 emotional instabile Persönlichkeitsstörung – Borderline-Typ (Borderline-Persönlichkeits-Störung, BPS)). Was also neben Therapieplanung u.a. für die Abrechnung mit Krankenkassen nötig ist, führt bei Patienten häufig zur Stigmatisierung, zu vorschnellen Diagnosen und hat positive und negative Seiten.

 

Mein Grundsatz besteht darin, mit Diagnosen sehr verantwortungsbewusst umzugehen und den Blick für Sie als Mensch dahinter niemals zu verlieren. Nach meiner Auffassung lassen sich psychiatrische Diagnosen, bei der Breite an möglichen Komorbiditäten und individuellen Ausprägungen, nicht so leicht stellen, wie z.B. eine medizinische Diagnose über die Fraktur des Unterschenkels. Auch wenn sich Betroffene und Angehörige in Beschreibungen bestimmter Krankheitsbilder möglicherweise stark wiederfinden, ist dazu eine professionelle Abklärung wichtig, für die ich bei Bedarf auch klinische Fragebögen nutze. Für die Betroffenen sollte ein Befund dennoch nicht zum Gefühl „abgestempelt“ zu sein führen.

 

Eine Diagnose zu erhalten kann für Patienten mit Leidensdruck auf der einen Seite sehr befreiend sein, indem sie quasi endlich „wissen was los ist“ und darin Halt finden. Sie werden bei ihren Problemen vielleicht erstmalig ernst genommen und wissen, dass es für ihre Belastungen einen „Namen“ und einen Ansatz gibt, woran sie arbeiten und sich Hilfe holen können.

Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass sich Patienten nicht selbst auf eine Diagnose reduzieren oder reduzieren lassen, denn so kann eine Diagnose auch schnell zur Überidentifikation mit dieser führen. Wenn der Blick nur noch auf die Symptome gerichtet ist und Betroffene ihre Probleme und alles Denken und Handeln nur auf dem Hintergrund dieser Diagnose erklären, kann es zum Schwarz-Weiß-Denken kommen. Ressourcen und positive Seiten werden dann häufig nicht mehr gesehen. Als Folge kann dies auch zu einer möglichen Verschärfung der Symptome führen.

Auch für Therapeuten selbst, besteht nach meiner Philosophie und Auffassung die Gefahr, dass die von Krankenkassen sehr schnell geforderte Anfangsdiagnose dazu führt, dass im Laufe des Therapieprozesses der Blick auf den Patienten unbewusst stark von dieser Diagnose beeinflusst wird. So kann es passieren, dass Eigenschaften, die nicht zur Anfangsdiagnose passen, unbemerkt untergehen und die Aufmerksamkeit somit fälschlicherweise eher auf die Anfangs-Diagnose gelegt wird. Bei den nützlichen Anhaltspunkten, die Diagnosen also bieten, ist eine Psychotherapie also stets ein sehr dynamischer, individueller Prozess. Der Blick für Überraschungen, verdeckte Eigenschaften, Veränderungen und für die gesamte Person, sollte in diesem Prozess immer offen bleiben.

Bei meiner Arbeit ist mir daher sehr wichtig, mich sehr auf Ressourcen und Stärken meiner Patienten und Klienten zu fokussieren und neben der Arbeit an Problemen und Defiziten auch die Stärkung der persönlichen Fähigkeiten nicht aus dem Blick zu verlieren. Mein Ziel ist dabei, auch meine Patienten für sich selbst darin zu stärken, sich mit ihrer großen Vielfalt an Charakterzügen, Stärken, Schwächen und Eigenschaften zu erleben und anzunehmen.

 

Fort – und Weiterbildung

Für meinen Beruf und meine Verantwortung in der Psychotherapie nehme ich die Fortbildungspflicht sehr ernst. Dabei sehe ich es für mich als selbstverständlich, mich weit über die Mindestanforderungen hinaus fortwährend weiterzubilden und zu spezialisieren. Um meine Kompetenzen zu erweitern und die Qualität meiner Arbeit zu sichern, gehören Fortbildungen, Seminare und Symposien konstant zu meiner Arbeit dazu. Ebenso wichtig sind für mich der Austausch mit Kollegen in kontinuierlicher Intervision, sowie eine konstante Supervision.

 

Ein berühmter amerikanischer Psychotherapeut, Irvin D. Yalom, hat die Rollen von Patient und Therapeut und die spezielle Beziehung erforscht und geäußert : „Will man ein guter Therapeut sein, braucht man selber ebenfalls Therapie, um die Rolle des Patienten aus eigener Anschauung zu kennen.“  Um diesen Erfahrungen gerecht zu werden, hatten und haben Lehrtherapie und praxisbezogene Fortbildungen mit viel Selbsterfahrung für mich eine wichtige Bedeutung.

 

Honorierung und Verantwortung

Mir ist sehr es wichtig, dass die Kosten und Rahmenbedingungen einer Behandlung  für meine Patienten transparent und nachvollziehbar sind.

Bei der Arbeit mit Menschen voller Leidensdruck und starken Belastungen, sowie insgesamt auf dem Gebiet der Psychotherapie, ist es nicht leicht, ein vorrangig für Selbstzahler passendes Honorar festzulegen. Die Honorierung soll die Qualität der therapeutischen Arbeit, z.B. durch kontinuierliche Fortbildung und Beachtung der Psychohygiene sichern und es ermöglichen, genug Zeit für Vor- und Nachbearbeitung einzelner Stunden aufwenden zu können, statt für kostendeckende Arbeit einen so vollen Terminplan zu benötigen, dass um die Sitzungen herum kaum zusätzliche Zeit für jeden einzelnen Fall bleibt. Somit ist es mir sehr wichtig, auch bei meiner Privatpraxis eine gute Balance zwischen notwendiger Vergütung, Leidenschaft und Philosophie meiner Arbeit gefunden zu haben und mir für jeden individuellen Therapie– oder Beratungsprozess ausreichend Zeit nehmen zu können.

Meine Aufgabe ist es, Patienten auf dem Weg zu sich selbst zu begleiten, ihnen ein besseres  Verständnis ihrer Probleme und Ursachen zu ermöglichen und sie zu eigenen Erkenntnissen hinzuführen. Die Aufgabe der Patienten ist es wiederum, aktiv auf dem Weg zur Gesundheit mitzuarbeiten und sich zu bemühen, Gedanken und Gefühle frei mitzuteilen. Den entsprechenden „Raum“ dafür können Patienten in der Therapie, unter Einhaltung der Schweigepflicht, finden. Eine psychotherapeutische Behandlung ist also ein gemeinsamer Prozess mit klarer Rollenverteilung und entsprechender Verantwortlichkeit, die beidseitiges Engagement benötigt.

Es liegt dabei in meiner Verantwortung, im Kontakt präsent und aufmerksam zu sein, eine geschützte Atmosphäre zu bieten und die Grenzen des therapeutischen Einsatzes und der therapeutischen Beziehung zu wahren. Die Arbeit an sowohl kleinen, als auch großen Problemen und Belastungen, die Arbeit an neuen Wegen und der Umgang mit Veränderungen, brauchen manchmal viel Mut, Kraft und Geduld – wozu ich meine Patienten und Klienten verständnisvoll unterstütze und begleite.

 

 

©Lucienne Rudersdorf

 

 

weitere Inormationen zu meiner Person, Terminen und dem Ablauf einer Behandlung finden sich auf folgenden Seiten:

Vita / Qualifikationen L. Rudersdorf

Termine/ Kosten/ Ablauf

Kontakt / Adresse / Anfahrt

 

Informationen zu meinen Schwerpunkten im Bereich Therapie und zu Möglichkeiten einer Psychotherapie in meiner Praxis in Mainz finden sich hier:

Essstörungen    darunter u.a.

 Magersucht (Anorexie) ,

Bulimie  ,

Binge-Eating (Esssucht) ,

und weitere Störungen des Essverhaltens

 

Borderline – Persönlichkeitsstörung

 

und  weitere Therapie – Angebote u.a. zu

Angst ,

Zwang ,

Depressionen ,

Persönlichkeitsstörungen

Krisen und Anpassungsstörung

 

Therapieverfahren u.a. Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT)

 

Informationen zu meinen Schwerpunkten im Bereich Coaching und Beratung, sowie zur Arbeit mit Eltern & Angehörigen finden sich hier:

Hochsensibilität  & Hochsensitivität

Prokrastination (chronisches Aufschiebeverhalten)

 

Eltern Beratung bei Kindern & Jugendlichen mit Essstörungen (wie z.B. Magersucht)

Partner – und Eltern- Beratung  von Menschen mit Borderline-Störung