Biggerexie

Biggerexie (Adonis-Komplex; Muskelsucht; Sport)

Von der Sucht nach Sport und einem perfekten, muskulösen Körper, sind vielfach junge Männer betroffen, manchmal aber auch sehr sportbetonte, meist anorektische junge Frauen. Hierbei steht nicht die Gewichtsabnahme im Vordergrund, sondern die Zusammensetzung des Körpers aus Muskeln und Fettgewebe. Demnach also die Sehnsucht nach einem anderen, besseren, perfekten Körper. Durch exzessiven Sport versuchen Betroffene ihren Körperfettanteil sehr stark zu reduzieren und gleichzeitig Muskulatur aufzubauen. Je nach individuellen Idealvorstellungen ist das Ziel z.B.ein Sixpack, muskulöse Beine und Arme oder insgesamt kein Gramm Fett. In Extremfällen kann dies sehr gefährlich für die inneren Organe werden, für die ein gewisser Fettanteil essentiell ist. Neben dem Sport kann auch eine extrem eiweißreiche Ernährung oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder leistungssteigernden Substanzen eine große Rolle spielen. Für den erwünschten Muskelaufbau werden gesundheitliche Risiken ignoriert.

 

Therapie bei Sucht nach Sport und Muskeln

In der Therapie ist es wichtig, mit Betroffenen an ihrem eigenen Anspruch an sich zu arbeiten. Zudem wird die Wahrnehmung des Körperbildes überprüft und trainiert. Ebenso sind Selbstakzeptanz und Selbstsicherheitstraining von Bedeutung. Für das Auffinden und Auflösen tiefliegender Motive stütze ich mich auf tiefenpsychologische Methoden. Für die notwenigen Veränderungen im täglichen Ablauf, auf Verhaltenstherapie. Der hohe zeitliche Aufwand durch meist tägliches Training führt häufig zu sozialer Isolation oder Problemen in Partnerschaft. Es kann zu einem Rückzug in die eigene Welt aus zwanghaften Verpflichtungen und eigenen Ansprüchen kommen. Schnell wird der Sport zur Routine, zum Zwang und zur Priorität vor anderen Dingen. Mit Hilfe der Psychotherapie sollen Betroffene lernen, schrittweise die hohe Bedeutung von Aktivität zu lockern und wieder Freude an “entspannenden, spontanen, genussvollen” Dingen zu finden. Ebenso sollen sie lernen Sport zu machen, weil sie ihren Körper lieben, nicht weil sie ihn hassen. Der Sport und der Fokus auf den eigenen Körper sollen dabei nicht mehr den Alltag bestimmen, sodass wieder ein freies, flexibles Leben möglich ist.

 

©Lucienne Rudersdorf

 

Informationen zu weiteren Formen von Essstörungen finden sich hier :

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Magersucht (Anorexie)

Bulimie

Binge-Eating (Esssucht)

Orthorexie

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mein Therapie-Angebot (E) und Therapieverfahren u.a. Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT)

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